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Skifahren in Andorra

Mit knapp 500 qkm Fläche ist das südeuropäische Fürstentum Andorra flächenmäßig nur wenig größer als das kleinste deutsche Bundesland Bremen. Aber das an Spanien und Frankreich grenzende, idyllisch in den Pyrenäen zwischen 65 Gipfeln mit mehr als 2.000 m Höhe versteckte Fürstentum, in dem etwa 80.000 Menschen leben, kann trotz seiner relativ bescheidenen Ausmaße mit einem sportlichem Superlativ aufwarten: Andorra besitzt das größte Skigebiet im gesamten Pyrenäengebiet. Bei Franzosen und Spaniern ist Andorra als Skisport-Destination längst überaus beliebt, aber auch deutsche Skifreunde sind immer häufiger auf den Pisten Andorras zu sehen. Skisport ist zum wichtigsten Segment der andorranischen Tourismus-Branche geworden. Neben hervorragenden Sportmöglichkeiten bietet der sonnenverwöhnte und überaus gastfreundliche Kleinstaat dem Gast auch ausgezeichnetes Apres-Ski und steuerfreies Einkaufen. Sind Luxuswaren im nicht zur EU gehörenden Andorra um ein Erhebliches billiger als in Spanien, Frankreich oder Deutschland so entspricht das Preisniveau ansonsten, zum Beispiel für den Skipass, in etwa dem Niveau in alpinen Skiorten. Für den Skipass (Tagespass, Erwachsener) muss mit etwa 35,- Euro gerechnet werden. Ein 5-Tages-Pass kostet etwa 110,- Euro.

Von November bis April bietet Andorra üblicherweise sehr gute Schneeverhältnisse und das bei fast durchgehend schönem Sonnenwetter. Im November und im Frühling sorgen Schneekanonen bei Bedarf dafür, dass die Saison zuverlässig schneeweiß bleibt. Der Gast kann zwischen einer Reihe von zum Teil durch Lifte und Kabinenbahnen miteinander verbundenen Teilgebieten mit insgesamt knapp 300 Pistenkilometern wählen.

Anfahrt

Die andorranischen Skigebiete sollten per Auto am besten von der spanischen Seite aus erreicht werden. Am spanischen Grenzübergang Farga de Moles liegt Andorra nämlich vergleichsweise niedrig (850 m ü. M.), die Zufahrt ist relativ sanft ansteigend und wenig kurvenreich. Dagegen ist die Anfahrt von Frankreich aus über Pas de la Casa ausgesprochen steil und kurvenreich. Carcassone Airport in der Provence sowie l’Alguaire Airport im spanischen Lleida liegen ungefähr 150 km vom Andorra-Skigebiet entfernt. Von dort sowie von Barcelona und Toulouse gibt es regelmäßige Zugverbindungen nach Andorra.


Pal und Arinsal

Der sich unmittelbar an Andorras quirligen Hauptstadt Andorra la Vella (20.000 Einwohner) anschließende Ort La Massana (9.000 Einwohner) ist das touristische Zentrum des Skigebietverbandes Vallnord im Westen des Fürstentums. La Massana liegt in 1.240 m Höhe im Schatten von Andorras höchstem Gipfel, dem Alt de Comapedrosa (2.942 m Höhe). Zum Verband Vallnord gehören die mit einer Kabinenbahn verbundenen, zusammen über 60 Kilometer präparierte Pisten bietenden Skigebiete Pal und Arinsal. Von La Massana führt ein Skilift direkt zum besonders von Familien geschätzten Gebiet Pal. Der Aufstieg mit einem der „Zauberteppich“ genannten Förderbänder ist für Kinder ein besonders spaßiger Anfang eines Pistentages. Im zum Sektor Pal gehörenden La Caubella, dem Endpunkt der Gondelbahn aus La Massana, lädt auf fast 2.000 m Höhe am Comallemple ein Anfänger- und Kinderbereich mit Skischule zum stressfreien Einstieg in die Skifahr-Möglichkeiten von Andorra ein. Zum Angebot gehören auch ein Babyclub sowie ein Schneegarten für kleinere Kinder.

Skifahren in Andorra

Skifahren in Andorra ©iStockphoto/isabel tiessen pastor

Etwa die Hälfte der Pisten in Pal und Arinsal sind „blau“ beziehungsweise „grün“, das heißt, sie weisen auch Anfängern oder Wiedereinsteigern zumutbare Schwierigkeitsgrade auf. Auf den anspruchsvollen Pisten am Pic del Cubil und Pic d’Enclar, die für geübte Sportler genau das Richtige sind, gibt es einige Teilstücke, die auch für Familien tauglich sind.

Auch im Sektor Arinsal gibt es einen Babyclub sowie einen Schneegarten zum Toben und Skischnuppern für die 4- bis 8-jährigen. Das Skigebiet ist mit Liftanlagen von dem unmittelbar an der spanischen Grenze beim katalonischen Ort Tor (Pallars) liegenden Bergdorf Arsinal (1.700 Einwohner) erreichbar. Das Areal umfasst 17 Pisten, von denen zwei lediglich Anfängerniveau verlangen, sechs Pisten werden als mittelschwer klassifiziert und neun sind sehr guten beziehungsweise ausgezeichneten Skifahrern vorbehalten. Auf der Piste Marrades kann der Skienthusiast auf seinen Brettern einen aufregenden Höhenunterschied von über 1000 m überwinden. Der Bereich unter dem Alt de la Capa gilt eines der besten Reviere für Freerider. Insgesamt gibt es im Areal 29 Liftanlagen.

In beiden Sektoren laden zahlreiche Hütten und Restaurants zur Einkehr ein. Ein besonderer Sinnengenuss ist zum Beispiel ein Besuch der 1.990 m hoch liegenden Terassa de la Botella oder des Nobel-Restaurants La Borda in Arsinal.

Ordino-Arcalis

Ebenfalls zu Vallnord zählen die in der Nähe des nordandorranischen Städtchens Ordino (4.500 Einwohner) angelegten 25 Pisten (30 km) des Resorts Ordino-Arcalis. Davon sind etwa ein Drittel gut für Anfänger und Familien geeignet. Das mit 4,5 qkm verhältnismäßig kleine Skigebiet bietet Eltern mit dem Pekepark, zu dem ein Schneekindergarten gehört, Kinderbetreuung und damit sorglosen Pistenspaß. Zwei „schwarze“ Pisten fordern ausgewiesene Könner heraus.

Auch hier können die Skifahrer zwischen verschiedenen Hütten, Coffee-Shops und Restaurants wählen. Für Kids gibt es spezielle Angebote. In der Snack-Bar Portelles wird der Genuss von einheimischen Fleischgerichten durch das Panorama aus 2.500 m Höhe zum einzigartigen Erlebnis.

Grandvalira

Das neben Vallnord andere andorranische Mega-Skigebiet entstand durch den Zusammenschluss der Resorts Pas de la Casa-Grau Roig und Soldeu-El Tarter, die 1956 beziehungsweise 1964 als erste Andorra-Skigebiete im Nordosten des Fürstentums gegründet worden sind. Mit mehr als 200 Pistenkilometern, 118 Pisten aller Schwierigkeitsgrade und drei Snowparks, ist Grandvalira das größere der beiden Mega-Skigebiete des Landes. Die fünf Orte Canillo, El Tarter, Encamp, Pas de la Casa und Soldeu sowie der Platz Grau Roig sind jeweils die Einstiegsorte für die sechs miteinander verbundenen Sektoren, in die das Skigebiet aufgeteilt ist. Ebenso wie in Vallnord ist auch hier das Angebot vielfältig und schließt flächendeckende Kinderbetreuung mit ein. Die Pisten in Grau Roig sind besonders spektakulär. Auf der Antenes-Piste finden regelmäßig die einzigen auf der Iberischen Halbinsel veranstalteten Weltcup-Geschindigkeitsfahrten statt. Soldeu, die „Ski-Hauptstadt Andorras“, und Encamp sind Zentren, die sowohl für Anfänger wie für Könner geeignete Pisten bieten. Die Colibri-Piste in Encamp wird oft als beliebteste Piste von Andorra bezeichnet. Im benachbarten El Tarter treffen sich vor allem Fortgeschrittene auf den Pisten und Freestyler im weltbekannten Snowpark El Tarter. Canillo ist ein ausgesprochenes Familien-Revier mit beschaulichen sechs Pisten.

Nicht weniger als 40 gastronomische Betriebe bieten in Grandvalira, dem größten europäischen Skigebiet außerhalb der Alpen, ausreichend Gelegenheit, sich nach sportlichem Einsatz zu erholen und zu stärken. Pas de la Casa hat sich zur angesagten Partymeile für 18- bis 35-jährige entwickelt und gilt nicht nur als juvenile Sport-Top-Location, sondern auch als andorranische Party-Haupstadt.

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