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Skifahren in Kirgisistan

Das zentralasiatische Land Kirgisistan gehört aufgrund seiner Höhenlage zu den weltweit wenigen Regionen, in denen der Skisport das ganze Jahr hindurch möglich ist. Wer einmal zum Abfahrtski in Kirgisistan gewesen ist, der kommt gerne auch ein zweites oder weiteres Mal wieder. Die anderen Wintersportler müssen sich zunächst einmal näher darüber informieren, was sie in den Skiregionen, knapp siebentausend Kilometer oder zehn Flugstunden von Deutschland entfernt, an Überraschungen erwartet.


Skipisten und weite Landschaft in fünftausend Metern Höhe

Kirgisistan ist mit seinen zweihunderttausend Quadratkilometern etwa so groß wie die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein zusammen. Mit knapp sechs Millionen Einwohnern ist das Land dünn besiedelt; die Einwohnerzahl entspricht in etwa der von Berlin und Hamburg. Gegliedert ist das überwiegend gebirgige Land in sieben Gebiete sowie in die zwei Städte Bischkek und Osch, in etwa vergleichbar mit den deutschen Bundesländern sowie den Stadtstaaten. Die Hauptstadt Bischkek ist mit rund achthundertzwanzigtausend Einwohnern die mit Abstand größte Stadt im Lande. Die Flugreise nach Kirgisistan endet auf dem internationalen Flughafen Manas, knapp vierzig Kilometer außerhalb der Hauptstadt. Die Flugrouten nach Bischkek führen wahlweise über Istanbul, über Moskau oder über die kasachische Hauptstadt Astana. Inklusive dem Ein- und Auschecken dauert die Anreise nach Kirgisistan bei einer Zeitumstellung von sechs Stunden etwa zwölf bis fünfzehn Stunden Für die Weiterreise zu den Skihotspots bieten sich der zeitsparende privatgebuchte Helikopter, oder eine zeitaufwändige Autofahrt durch das Land an.

Der Tian Shan, zu Deutsch umgangssprachlich Tienschan genannt, ist als ein zentral gelegenes Hochgebirge das Ziel für den Skisport in Kirgisistan. Ab einer Höhe von knapp zweitausend bis zu fünftausend Metern über Normalhöhennull besteht die Möglichkeit zum Abfahrtski und zum Snowboarden. Diese Höhe ist zwölf Monate lang schneesicher; zu den bevorzugten Zeiten für Wintersport in Kirgisistan gehören die Monate Juni und Juli. Abgesehen von dem oftmals täglich frischen Pulverschnee ist die Panoramasicht über das weltweit zweithöchste Gebirge so einmalig wie schön.


Heli-Ski auf unberührten Pisten in Kirgisistan

Die meisten der touristisch erschlossenen Skigebiete im Lande sind heutzutage gut besucht, ohne überlaufen zu wirken. Wenn die Zeit auf ein verlängertes Wochenende begrenzt ist und nicht auf einen Euro geachtet zu werden braucht, dann bietet sich das Heliskiing in einem der weiten Skigebiete bei Bischkek oder bei der Stadt Karakol an. Sie liegt vierhundert Kilometer östlich der Hauptstadt am Yssykköl, dem mit reichlich sechstausend Quadratkilometern und einer Länge von hundertachtzig Kilometern größten See des Landes. Der Helikopter fliegt die Wintersportler hinauf in die weitgehend unberührte Landschaft des Tian Shan. Dort beginnt unter Leitung des Heli-Guides die kilometerweite Skiabfahrt durch den unberührten Tiefschnee. Sowohl das Skifahren selbst als auch die Höhenlage der Skipisten erfordern viel Fitness, Kondition und Konzentration von den Skifahrern. Skiwandern oder Skilanglauf sind in den Skigebieten von Kirgisistan auch deswegen wenig gefragt, weil Loipen so gut wie gar nicht gespurt oder gewartet werden. Nach mehreren Skiabfahrten ist der Rückflug mit dem Helikopter zum Flughafen Manas oder zu einem der Mehrsternehotels in der Hauptstadt beziehungsweise in Karakol buchstäblich eine Sache von Minuten.


Ski-Trekking im Tian Shan mit Jurten-Übernachtung

Das genaue Gegenteil zum zeitsparenden Heli-Ski ist der gewollt längere Aufenthalt zum Wintersport in Kirgisistan. Nach der Ankunft auf dem internationalen Flughafen Manas muss für die Weiterreise mit dem Pkw zu einem der Skigebiete ausreichend Zeit eingeplant werden. Einige von ihnen befinden sich im Umfeld der Hauptstadt; für andere wie Karakol, Kashka-Suu, Oruu-Sai oder Nooruz müssen je nach Wetterlage ein bis zwei Reisetage eingeplant werden. Im Skigebiet Karakol mit mehreren Liften werden Schneemobil- sowie geführte Skiwandertouren angeboten. Für eine Skitour im Trekkingstil durch das Gebirge ist die Übernachtung in einer Jurte die beste, aber gleichzeitig auch einzige Möglichkeit. Das ist erwartungsgemäß spartanisch, was durch die Gastfreundschaft der Einheimischen jedoch mehr als aufgewogen wird. Eine andere Möglichkeit ist die tägliche Rückkehr in die gebuchte Unterkunft. Abgesehen von den großen Städten im Lande sind die wenigen Hotels am Ort einfach und zweckmäßig ausgestattet. Manches ist gewöhnungsbedürftig, ohne dass es am Notwendigen oder Wesentlichen fehlt. Wer ausreichend Zeit mitbringt und sportlich sowie körperlich fit ist, der sollte sich ein mehrtägiges Trekking mit Skifahren im Tian Shan auf keinen Fall entgehen lassen.

Skifahren in Kirgisistan

Skifahren in Kirgisistan ©iStockphoto/Rattapon_Wannaphat

Die schönsten und bekanntesten Skipisten in Kirgisistan

Das Skigebiet Oruu-Sai liegt vierzig Kilometer südlich von Bischkek. Auf einer Höhe zwischen zweitausend und zweitausendfünfhundert Metern über Normalhöhennull sind fünf Kilometer Abfahrtpisten in die drei Kategorien leicht, mittel und schwer unterteilt. Drei Lifte sorgen für den reibungslosen Transport der Skisportler. Der Ort Orlovka mit dem gleichnamigen Skigebiet befindet sich hundert Kilometer östlich der Landeshauptstadt. Die knapp zehn Kilometer langen Skipisten sind überwiegend als leicht eingestuft und eignen sich besonders für Anfänger, Familien sowie Kinder. Fünf Lifte stehen zur Verfügung, und mehrere Schneekanonen sorgen auf der Höhe von tausend bis tausendfünfhundert Metern über Normalhöhennull für eine durchgängige Schneesicherheit. Snowboarder finden hier im Skigebiet Orlovka als Besonderheit eine der insgesamt wenig vorhandenen Halfpipes.

Der absolute Skihotspot in Kirgisistan ist das Skigebiet Karakol. Es liegt etwa zehn Kilometer von der gleichnamigen Stadt entfernt auf einer Höhe zwischen zwei- und dreitausend Metern über Normalhöhennull. Fünf Lifte, zwanzig Pistenkilometer unterteilt in jeweils acht Kilometer mittel und schwer sowie eine Skischule bieten ein Wintersporterlebnis pur. Das dazugehöriges Berghotel ist mit seinem Hubschrauberlandeplatz der ideale Ausgangspunkt für Heli-Ski. Spa-Bereich mit Sauna für Wellness sowie das zum Hotel gehörige Restaurant bieten beste Voraussetzungen für Entspannung, Erholung und den dazugehörigen Après-Ski.
Das Skigebiet Kashka Suu rund dreißig Kilometer südlich von Bischkek bietet in zweitausendvierhundert Metern Höhe zehn Kilometer Skipisten, und das rund fünfzig Kilometer südöstlich gelegene Skigebiet Toguz-Bulak verfügt über zehn Pistenkilometer auf tausendfünfhundert bis knapp zweitausend Metern Höhe. Das Skigebiet Talas Oblasty in der gleichnamigen Provinz liegt dreihundertfünfzig Kilometer südwestlich von Bischkek und ist eher ein Tipp für Insider. Ausgangs- und Basisorte für das Heliskiing sind die Landeshauptstadt sowie der Wintersportort Karakol.

Skifahren in Kirgisistan – wenn nicht heute, dann spätestens morgen

Ein Wintersporturlaub in Kirgisistan klingt aufwändiger, als er tatsächlich ist. Für den Aufenthalt von bis zu zwei Monaten ist der Reisepass ausreichend, ein Visum wird nicht benötigt. Ein- und Ausreise werden durch offizielle Stempel dokumentiert. In den großen Städten kann mit allen gängigen Kreditkarten bezahlt und auch Bargeld eingetauscht werden. Der Aufenthalt in Kirgisistan ist angenehm und in den Wintersportregionen problemlos. Beim Abschluss der Auslandskrankenversicherung muss darauf geachtet werden, dass der Rücktransport ohne jede Einschränkung sowohl für den Betroffenen selbst als auch für die Familienangehörigen oder für zumindest eine Begleitperson garantiert ist. Der Wintersport selbst ist in Kirgisistan ein ausnehmend schönes Erlebnis. Das berichten alle Wintersportler sofort nach ihrer Rückkehr, sofern sie nicht schon die ersten Bilder und Eindrücke direkt von der Skipiste im Tian Shan, oder vom Helikopter über den Bergen von Karakol gepostet haben.

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